Wie viel Hitze verträgt Wollfilz?

Schafwolle ist ein echter Alleskönner: Sie veredelt unsere Filzprodukte durch ihre natürlichen Eigenschaften und trägt aktiv zu einem nachhaltig gesunden Wohnklima bei. Unsere Filzunikate aus deutscher Wolle neutralisieren Gerüche, wirken selbstreinigend und bauen Schadstoffe aus der Raumluft ab – ganz ohne Chemie.

Zu den bemerkenswerten Materialeigenschaften von Schafwolle gehört auch ihre natürliche Hitzebeständigkeit: Wollfilz ist von Natur aus schwer entflammbar – ein echter Sicherheitsvorteil im Alltag. Kein Zufall, dass früher Löschdecken und Feuerwehrdecken aus reiner Wolle bestanden. Die Faser schmilzt nicht, tropft nicht und erstickt Flammen oft von selbst. Damit du weißt, wann es für dein Filzprodukt zu warm wird, hier ein kleiner Temperatur-Check:

Bei normalen Temperaturen bis etwa 60 °C bleibt alles entspannt. Der Filz liegt in seinem Wohlfühlbereich: Die Wolle atmet, bleibt formstabil und robust. Ideal zum Beispiel für Sitzauflagen auf leicht beheizten Flächen. Das natürliche Wollfett (Lanolin) schützt die Fasern zusätzlich.

Wenn der Filz über längere Zeit Temperaturen zwischen 60 °C und 100 °C ausgesetzt ist, kann sich die Wollfaser allmählich verändern. Durch die dauerhafte Wärme verdampft die gebundene Feuchtigkeit in der Faser, was sie trockener und etwas spröder machen kann. Bei noch höheren Temperaturen kann sich die Wolle leicht verfärben oder etwas zusammenziehen – vor allem, wenn sie gleichzeitig Druck oder Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

Ab etwa 150 °C kann Wollfilz beginnen, langsam zu verkohlen und sich zu verfärben – ohne direkt zu brennen. Erst bei extremer Hitze zwischen 560 °C und 600 °C entzündet sich Wolle tatsächlich. Selbst dann brennt sie in der Regel nur, solange eine Flamme anliegt, und erlischt meist von selbst. Kein Schmelzen, kein Tropfen – typisch natürliche Wolle.


Was macht Wolle so hitzebeständig?

Wolle gilt als eine der sichersten Naturfasern überhaupt. Sie schmilzt nicht, tropft nicht und entzündet sich nur schwer. Der Grund liegt im Keratin, dem Eiweiß, aus dem die Wollfaser besteht: Es ist sehr stabil aufgebaut und zerfällt erst bei hohen Temperaturen. Statt zu brennen, verkohlt die Faser langsam – ganz ohne chemische Zusätze. Auch ihr natürlicher Feuchtigkeitsgehalt trägt dazu bei: Wolle enthält bis zu 30 % Wasser, das erst verdampfen muss, bevor die Faser Feuer fangen kann.

Zum Vergleich: Baumwolle entzündet sich schon bei rund 250 °C, Kunstfasern wie Nylon oder Polyester können bereits zwischen 160 °C und 260 °C schmelzen oder brennen – und setzen dabei oft schädliche Gase frei.

Brandschutz und Einstufung

Reiner Wollfilz wird nach DIN 4102-1 in der Regel als „normal entflammbar“ (Baustoffklasse B2) eingestuft. Das liegt in der Natur der Sache: Wolle enthält Stickstoff und Feuchtigkeit, was sie von sich aus flammhemmend macht. Eine höhere Einstufung (z. B. B1 – schwer entflammbar) ist nur mit chemischen Flammschutzmitteln möglich – und auf die verzichten wir bewusst. Denn Wolle schützt sich selbst – auf ganz natürliche Weise.